Display-Anzeigen müssen schnell vermitteln, warum ein Angebot relevant ist. Dafür lohnt es sich, unterschiedliche Botschaften und Bildideen zu testen. KI kann den Aufwand reduzieren, solche Varianten zu entwickeln und auszuarbeiten.
incremance hat KI beispielsweise in einem Kundenprojekt genutzt, um Anzeigenmotive für high-involvement Produkte zu erstellen. Ausgangspunkt sind das tatsächliche Angebot, belegbare Produkteigenschaften und die Handlung, die eine Anzeige fördern soll.
Von der Produktinformation zur Anzeigenidee
💡 Unterschiedliche Argumente entwickeln: Eine Variante zeigt das Produkt im Einsatz, eine andere vermittelt einen konkreten Vorteil, eine dritte lädt zur Beratung oder Planung ein.
🎨 Motive und Texte ausarbeiten: KI unterstützt bei Bildgestaltung, Überschriften und Handlungsaufforderungen. Die Varianten sollen unterschiedliche Gründe liefern, sich mit dem Angebot zu beschäftigen.
🔎 Darstellung und Aussagen prüfen: Produkteigenschaften, Proportionen und Anwendung müssen stimmen. Erfundenes Zubehör, unrealistische Ergebnisse oder unbelegte Versprechen werden vor dem Einsatz korrigiert.
🎯 Anzeigen und Zielseite abstimmen: Wer auf ein bestimmtes Argument klickt, soll auf der Zielseite die passenden Informationen und einen nachvollziehbaren nächsten Schritt finden.
KI-generierte Demonstration: ein fiktives Regalsystem in drei Bildwelten. Im Wohnraum, als Produktdarstellung und in einer beispielhaften digitalen Planung.
Was die Vorgehensweise bringt
Unterschiedliche Anzeigenideen lassen sich mit weniger Produktionsaufwand vorbereiten. Dadurch wird es auch bei begrenzten Ressourcen leichter, mehrere Ansätze zu testen und auf neue Erkenntnisse zu reagieren.
Welche Variante überzeugt, zeigt sich anschließend in der Kampagne. Neben Klicks und Kosten zählt, ob die Anzeigen passende Interessenten gewinnen und zu qualifizierten Anfragen oder Verkäufen beitragen.
KI-Kennzeichnung bei Werbemitteln mitdenken
Beim Einsatz KI-generierter Bilder zählt auch, ob und wie sie gekennzeichnet werden müssen. Der Leitfaden von iab austria und act legal Austria ordnet die Transparenzpflichten des AI Act für das Digitalmarketing ein.
Für die Werbemittelproduktion sind besonders vier Punkte relevant:
Keine pauschale Kennzeichnungspflicht: Nicht jeder KI-Einsatz erfordert einen sichtbaren Hinweis. Entscheidend sind Inhalt, Wirkung und konkrete Verwendung.
Realistische Darstellungen prüfen: Bei KI-Inhalten, die echte Personen, Orte oder Situationen nachahmen und fälschlich authentisch wirken, ist die mögliche Einordnung als Deepfake besonders relevant.
Erforderliche Hinweise sichtbar machen: Besteht eine sichtbare Kennzeichnungspflicht, reichen Metadaten, unsichtbare Wasserzeichen oder ein versteckter Hinweis im Impressum nicht aus.
Verantwortlichkeiten klären: Auftraggeber, Agentur und Publisher sollten festlegen, wer die Kennzeichnung beurteilt, umsetzt und kontrolliert. Die Verantwortung hängt vom tatsächlichen Einfluss auf den KI-Einsatz ab.
Eine Kennzeichnung ersetzt außerdem nicht die Prüfung von Bildrechten, Datenschutz oder irreführenden Produktdarstellungen. Rechtliche Zweifelsfälle sollten vor der Veröffentlichung fachlich geklärt werden.
Weitere Erläuterungen und Handlungsempfehlungen enthält der IAB-Leitfaden zur KI-Kennzeichnung im Digitalmarketing als PDF, Stand September 2026.